Anonym
Finanzexperte · Financer
In der Welt der Aktienanlagen gehen die Strategien weit auseinander, ein notwendiges Phänomen für funktionierende Märkte.
Unter den bewährtesten Ansätzen ragt die Value-Strategie heraus: die Kunst, unterbewertete Qualitätsaktien zu identifizieren und von ihrem wahren Potenzial zu profitieren. Diese Strategie machte Warren Buffett, den erfolgreichsten Investor aller Zeiten, zum Multimilliardär.
In unserem umfassneden Guide erfahren Sie die Grundprinzipien von Value-Aktien und wie Sie diese zeitlose Strategie selbst in 2026 nutzen können.
Bei Value-Aktien handelt es sich um Aktien schon etablierter und jahrelang bestehender Unternehmen, die nach der Durchführung einer Fundamentalanalyse seitens des Investors als unterbewertet gelten.
In anderen Worten: Hierbei handelt es sich um Aktien der Unternehmen, deren innerer Wert (Fair Value) als höher eingeschätzt wird als der an der Börse kotierende Kurs. Die Anhänger der Value-Strategie teilen die Meinung, dass man mithilfe einer ausführlichen Fundamentalanalyse den inneren Wert leicht feststellen kann, der vom Börsenkurs auch stärker abweichen kann.
Bei einer Fundamentalanalyse werden ausschließlich vor- sowie diesjährige Berichte unter die Lupe genommen. Dabei steht die Kursentwicklung eines Unternehmens nicht im Vordergrund. Vielmehr liegt der Fokus auf ökonomischen Daten des Unternehmens.
Experten empfehlen, bei dieser Art der Analyse einen langfristigen Ansatz zu verfolgen und einen Betrachtungszeitraum von mindestens 3 bis 5 Jahren in die Berechnungen einzubeziehen.
Die Value-Strategie zählt zu den ältesten und bekanntesten Strategien im Bereich der Aktienanlage, von der viele erfahrene Investoren ihren Erfolg ableiten können.
Die Value-Theorie entstand in den 1930er Jahren durch Benjamin Graham, der in seinem wegweisenden Buch "The Intelligent Investor" die Grundprinzipien des wertorientierten Investierens darlegte.
Neben Warren Buffett zählen auch Charlie Munger (Berkshire Hathaway und Daily Journal), Li Lu (Himalaya Capital Management) und Prem Watsa(Fairfax Financial Holdings) zu den prominenten Anhängern dieser Anlagestrategie.
Die Hauptidee bei Value-Aktien sollte somit klar sein: Es geht darum, Aktien hochqualitativer Unternehmen zu einem guten Preis zu finden und dann in sie zu investieren. Die Definition, welche Aktien als Value-Aktien gelten, kann jedoch stark von Investor zu Investor variieren.
Der den Value-Aktien entgegengesetzte Begriff wären sogenannte Growth-Aktien.
Die spezifischen Unterschiede zwischen diesen beiden Ansätzen werden in der folgenden Infografik detailliert erläutert:

Als Growth-Aktien können beispielsweise Aktien von Unternehmen in zukunftsorientierten Sektoren wie Lithium oder Wasserstoff betrachtet werden. Der Wert dieser Aktien basiert häufig mehr auf spekulativen Erwartungen als auf bestätigten Geschäftszahlen.
Es ist wichtig zu beachten, dass Growth-Aktien typischerweise Unternehmen repräsentieren, die eine aggressive Wachstumsstrategie verfolgen und dabei möglicherweise noch keine nachhaltigen Gewinne erzielen.
Um die wahrhaft besten Value-Aktien finden zu können, werden Sie bei Ihrer Analyse zu unterschiedlichen Kennzahlen greifen müssen.
Die Kennzahlen bzw. Kriterien werden üblicherweise in 2 Gruppen aufgeteilt:
Bei der qualitativen Kriterienanalyse handelt es sich um eine detaillierte Erkundigung über jeden einzelnen Aspekt eines Unternehmens, ohne Einbezug von komplexen mathematischen Formeln.
Das Ziel in dieser Phase der Analyse liegt darin, alle relevanten Informationen über ein Unternehmen einzuholen. Dadurch möchten Anleger ein genaueres Bild davon gewinnen, wie sich die Dinge innerhalb eines Unternehmens abspielen.
Im Vergleich zu quantitativen Kriterien bietet die Verwendung qualitativer Kriterien deutlich mehr Interpretationsspielraum. Die Auslegung dieser Kriterien kann je nach Investor variieren, da sie weniger klar messbar sind und stärker von subjektiven Einschätzungen abhängen.
Quantitative Kriterien beruhen ausschließlich auf den finanziellen Kennzahlen eines Unternehmens.
In diesem Kontext werden komplexe mathematische Formeln angewendet, um eine effiziente Vergleichbarkeit verschiedener Unternehmen aus derselben Branche zu ermöglichen.
In der Regel ist eine quantitative Analyse zeitsparender im Vergleich zur qualitativen, da numerische Daten klare und unmittelbare Antworten liefern. Zudem ermöglicht die Quantifizierung eine rasche Gegenüberstellung dieser Daten mit den Finanzdaten der Hauptkonkurrenten.
Das Kurs-Buch-Verhältnis (KBV) vergleicht den aktuellen Aktienkurs mit dem Buchwert pro Aktie, wobei der Buchwert dem bilanziellen Eigenkapital pro Aktie entspricht – also dem rechnerischen Wert, der bei Liquidation aller Vermögenswerte und Begleichung aller Schulden pro Aktie übrig bliebe.
Value-Investoren suchen gezielt nach Aktien mit einem KBV unter 1, da der Markt diese Unternehmen dann unter ihrem tatsächlichen Substanzwert bewertet, was auf eine potenzielle Unterbewertung hindeutet.
Formel: KBV = Aktueller Aktienkurs / Buchwert pro Aktie
Das KGV zeigt, wie viele Jahre ein Unternehmen den aktuellen Gewinn erwirtschaften müsste, um seinen Börsenwert zu rechtfertigen.
Value-Investoren betrachten ein KGV unter 12 oft als Indikator für potenziell unterbewertete Aktien, da der Markt hier vergleichsweise wenig für die Gewinne des Unternehmens zahlt.
Formel: KGV = Aktienkurs / Gewinn pro Aktie
Das KCV misst, wie teuer eine Aktie im Verhältnis zum erwirtschafteten Cash-Flow ist. Anders als der Gewinn ist der Cash-Flow schwerer durch Bilanzierungsmethoden zu beeinflussen und zeigt die tatsächliche Liquiditätsstärke eines Unternehmens.
Value-Investoren suchen nach Aktien mit einem KCV unter 4, da diese Unternehmen einen starken Geldfluss im Verhältnis zu ihrem Börsenwert aufweisen.
Formel: KCV = Aktienkurs / Cash-Flow pro Aktie
Die Dividendenrendite gibt an, wie viel Prozent des aktuellen Aktienkurses ein Unternehmen jährlich als Gewinnbeteiligung an seine Aktionäre ausschüttet.
Value-Investoren schätzen Aktien mit einer Dividendenrendite über 5%, da diese einen stabilen Einkommensstrom bieten und oft auf unterbewertete, cash-starke Unternehmen hindeuten.
Formel: Dividendenrendite = (Jährliche Dividende pro Aktie / Aktienkurs) × 100%
Der Verschuldungsgrad misst das Verhältnis zwischen Fremdkapital und Eigenkapital eines Unternehmens und zeigt damit, wie stark ein Unternehmen von externen Geldgebern abhängig ist.
Value-Investoren bevorzugen Unternehmen mit niedrigem Verschuldungsgrad (idealerweise unter 0,5), da diese mehr finanzielle Flexibilität besitzen, um Krisen zu überstehen oder Wachstumschancen zu nutzen.
Je weniger verschuldet ein Unternehmen ist, desto geringer sind die Zinsbelastungen und das finanzielle Risiko, was langfristig zu stabileren Renditen führen kann.
Der Umsatz eines Unternehmens gibt die Gesamteinnahmen aus verkauften Produkten oder Dienstleistungen während eines bestimmten Zeitraums (meist Quartal oder Jahr) an und ist ein grundlegender Indikator für die Geschäftsaktivität.
Value-Investoren achten besonders auf einen kontinuierlich steigenden Umsatz, da dieser auf eine wachsende Marktdurchdringung hindeutet und dem Unternehmen mehr Liquidität für Investitionen, Schuldenabbau oder Dividendenzahlungen verschafft.
Ein nachhaltiges Umsatzwachstum, insbesondere wenn es über dem Branchendurchschnitt liegt, deutet oft auf Wettbewerbsvorteile hin und kann ein Indikator für unterbewertete Qualitätsunternehmen sein.
Bei den meisten Anhängern der Value-Strategie gelten die qualitativen Kriterien im Vergleich zu den quantitativen als wesentlich wichtiger.
Falls Sie sich kein qualitatives Verständnis für das gewünschte Unternehmen verschaffen, dann werden Ihnen auch die quantitativen Kennzahlen bei der Analyse nicht von großer Hilfe sein.
Bei der Suche nach den besten Value-Aktien ist es letztendlich wichtig, das perfekte Gleichgewicht zu finden. Es wird ebenfalls geraten, diese Kennzahlen am Ende mit denen anderer Unternehmen aus derselben Branche zu vergleichen.
Eine völlig objektive Liste der besten Value-Aktien für das Jahr 2026 kann man nur schwierig auf die Beine stellen.
Der Grund dafür ist, dass bei der Analyse qualitativer Merkmale vor allem auch persönliche Einschätzungen eine große Rolle spielen.
Wenn Sie Value-Aktien identifizieren möchten, erfordert dies eine gewissenhafte Recherche und zeitliche Investition. Es ist unabdingbar, jederzeit bereit zu sein, zügig zu handeln, da der Status einer Value-Aktie oder unterbewerteten Aktie äußerst schnell verloren gehen kann.
Vorsicht vor Value Traps: Nicht jede günstig bewertete Aktie ist automatisch eine gute Value-Aktie. Manchmal ist der niedrige Kurs gerechtfertigt, etwa weil das Geschäftsmodell veraltet ist oder das Unternehmen strukturelle Probleme hat. Man spricht dann von einer sogenannten "Value Trap". Prüfen Sie deshalb immer, ob die niedrige Bewertung auf temporäre Faktoren oder auf fundamentale Schwächen zurückzuführen ist.
Falls Sie als Einsteiger noch unsicher sind, wo Sie beginnen sollen, könnten Ihnen ETFs, die auf Value-Aktien basieren, als Orientierung bei der Auswahl von großer Hilfe sein.
ETFs bieten eine ausgezeichnete Möglichkeit, das Verlustrisiko durch Diversifikation deutlich zu senken. Zudem handelt es sich um eine flexible und liquide Anlagemöglichkeit, die auch für Einsteiger gut geeignet ist.
Es gibt eine breite Palette von ETFs, darunter zählen als einige der bekanntesten:
| Merkmale: | iShares Edge MSCI World Value Factor | iShares Edge MSCI Europe Value Factor |
|---|---|---|
Ticker: | IS3S | CEMS |
Land: | global | Europa |
ISIN: | IE00BP3QZB59 | IE00BQN1K901 |
Auflagedatum: | 2014 | 2015 |
Anzahl Positionen: | 400+ | 150+ |
Fondsvolumen: | ca. 5,0 Milliarden EUR | ca. 2,4 Milliarden EUR |
Index: | MSCI World Enhanced Value | MSCI Europe Enhanced Value |
TER (Kosten): | 0,25% | 0,25% |
Währung: | USD | EUR |
Verwendung der Erträge: | thesaurierend | thesaurierend |
Als führender Index hat sich in Deutschland der Deutschland-Index von Value Stars etabliert, der seit Auflage im Jahr 1999 eine durchschnittliche jährliche Rendite von rund 14,2% erzielt hat.
Der Index wird regelmäßig aktualisiert, berechnet sowie veröffentlicht und besteht aus deutschen Value-Aktien mit Schwerpunkt auf Nebenwerte (Small & Mid Caps).
| Merkmale | AT&T | Pfizer Inc. | Cisco Systems | Ford Motor | Micron |
|---|---|---|---|---|---|
Jahr: | 1885 | 1849 | 1984 | 1903 | 1978 |
Branche: | Telekommunikation | Pharmakologie | Telekommunikation | Fahrzeughersteller | Hardwarehersteller |
ISIN: | US00206R1023 | US7170811035 | US17275R1023 | US3453708600 | US5951121038 |
Market Cap: | +175,2 Milliarden EUR | +120,6 Milliarden EUR | +220,8 Milliarden EUR | +36,4 Milliarden EUR | +112,3 Milliarden EUR |
Umsatz in 2024: | +105,5 Milliarden EUR | +55,3 Milliarden EUR | +46,8 Milliarden EUR | +160,5 Milliarden EUR | +21,7 Milliarden EUR |
Operating Cash-Flow: | +33,7 Milliarden EUR | +11,0 Milliarden EUR | +8,8 Milliarden EUR | +13,3 Milliarden EUR | +7,3 Milliarden EUR |
Dividenden: | 3,92% jährlich | 7,05% jährlich | 2,56% jährlich | 5,63% jährlich | 0,40% jährlich |
Verschuldung: | +107,0 Milliarden EUR | +49,9 Milliarden EUR | +17,0 Milliarden EUR | +133,8 Milliarden EUR | +11,1 Milliarden EUR |
Bargeldbestand: | +2,8 Milliarden EUR | +15,0 Milliarden EUR | +15,5 Milliarden EUR | +33,2 Milliarden EUR | +7,02 Milliarden EUR |
| Deutsche Rohstoff | Adesso SE | Stemmer Imaging | Gesco SE | Bayer | |
|---|---|---|---|---|---|
Gründungsjahr: | 2006 | 1997 | 1987 | 1989 | 1863 |
Branche: | Rohstoff & Bergbau | IT-Dienstleister | Technologie | Industriegüterhersteller | Pharmakologie & Biomedizin |
ISIN: | DE000A0XYG76 | DE000A0Z23Q5 | DE000A2G9MZ9 | DE000A1K0201 | DE000BAY0017 |
Market Cap: | +180 Millionen EUR | +560 Millionen EUR | +360 Millionen EUR | +190 Millionen EUR | +27 Milliarden EUR |
Umsatz: | +235 Millionen EUR | +1,3 Milliarden EUR | +148 Millionen EUR | +513 Millionen EUR | +18,1 Milliarden EUR |
Operating Cash-Flow: | +146 Millionen EUR | +98 Millionen EUR | +30 Millionen EUR | +51 Millionen EUR | +5,8 Milliarden EUR |
Dividenden: | 5,26% jährlich | 0,85% | 1,82% jährlich | 0,56% jährlich | 0,40% jährlich |
Verschuldung: | +157 Millionen EUR | +167 Millionen EUR | +35 Millionen EUR | +41 Millionen EUR | +32,6 Milliarden EUR |
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Jetzt Broker vergleichen!Mittlerweile bieten sich zahlreiche Online-Broker für den Kauf von Value-Aktien an. Die Auswahl des richtigen Brokers ist dabei fast genauso wichtig wie die Wahl der Anlage selbst. Besonders wichtig sind benutzerfreundliche und intuitive Prozesse bei der Kontoeröffnung und Einzahlung sowie ein umfangreiches Angebot an Handelsmöglichkeiten.
Als besonders empfehlenswerte Anbieter mit ihren größten Vorteilen können wir folgende drei Broker nennen:

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Warren Buffett wurde 1930 in Omaha geboren, wo er schon im Alter von 11 Jahren seine ersten Aktien erworben hat. Buffett gilt als einer der frühesten Anhänger der Value-Strategie, was nicht verwunderlich ist, da er während seines Studiums von Benjamin Graham selbst unterrichtet wurde.
Als 35-Jähriger gründete er seine Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway, deren Unternehmensgruppe heutzutage aus mehr als 80 Unternehmen besteht. Buffett konnte sich bis heute durch seine Investments ein Vermögen von mehr als 150 Milliarden US-Dollar sichern. Das öffentlich einsehbare Aktienportfolio von Berkshire Hathaway hat einen Wert von rund 274 Milliarden US-Dollar (Stand: Q4 2025).
Die fünf größten Positionen nach Gewichtung:
Schließlich werfen wir einen kurzen Blick ins Milliarden-Portfolio eines der reichsten Menschen der Welt, um dabei Aktien zu finden, die Buffett selbst als Value-Aktien klassifizieren würde.
| Value-Aktie | ISIN | Jahr | Branche | Market Cap | Umsatz in 2024 |
|---|---|---|---|---|---|
US0378331005 | 1976 | Technologie | +2,5 Billionen EUR | +337 Milliarden EUR | |
US1667641005 | 1879 | Energie | +215 Milliarden EUR | +166 Milliarden EUR | |
US0605051046 | 1784 | Finanzwesen | +290 Milliarden EUR | +87 Milliarden EUR | |
US1912161007 | 1892 | Getränke | +265 Milliarden EUR | +40 Milliarden EUR | |
US0258161092 | 1850 | Finanzwesen | +180 Milliarden EUR | +57 Milliarden EUR | |
US5007541064 | 2015 | Nahrungsmittel | +25 Milliarden EUR | +22 Milliarden EUR | |
US4781601046 | 1886 | Pharmakologie | +320 Milliarden EUR | +76 Milliarden EUR | |
US02005N1000 | 1919 | Finanzwesen | +9 Milliarden EUR | +7 Milliarden EUR | |
US5705351048 | 1930 | Finanzwesen | +21 Milliarden EUR | +14 Milliarden EUR |
Value-Investing zählt zu den bewährtesten Anlagestrategien der Finanzgeschichte – und das aus gutem Grund: Wer systematisch nach qualitativ hochwertigen Unternehmen sucht, die der Markt vorübergehend unterschätzt, kann langfristig deutlich besser abschneiden als der Durchschnittsanleger.
Dabei gilt: Eine niedrige Bewertung allein reicht nicht aus - erst die Kombination aus soliden Kennzahlen, einem starken Geschäftsmodell und einem erfahrenen Management macht eine echte Value-Aktie aus. Besonders wichtig ist es, sogenannte Value Traps zu vermeiden, also Unternehmen, deren niedriger Kurs nicht auf eine temporäre Unterbewertung, sondern auf fundamentale Schwächen hindeutet.
Unser Tipp: Starten Sie mit einem klar definierten Analyseprozess, vergleichen Sie Kennzahlen konsequent innerhalb derselben Branche, und denken Sie stets langfristig – denn wie Warren Buffett treffend formulierte, ist die beste Haltedauer für eine gute Aktie „für immer".
Als Value-Aktie wird der Anteil eines bereits etablierten Unternehmens bezeichnet, auch als Large-Cap-Aktie bekannt, der nach einer gründlichen Analyse als unterbewertet betrachtet wird. Value-Investoren streben dabei an, den sogenannten inneren Unternehmenswert möglichst präzise zu ermitteln und diesen dann anhand verschiedener qualitativer sowie quantitativer Kriterien mit dem aktuellen Börsenkurs des Unternehmens zu vergleichen. Die Value-Strategie zählt zu den traditionsreichsten Anlagestrategien überhaupt und zählt langjährige Befürworter, darunter Persönlichkeiten wie Warren Buffett.
Value-Aktien sind Unternehmen, die aktuell zu einem günstigen Preis erhältlich sind, während Growth-Aktien meist schon deutliche Kurssteigerungen hinter sich haben. Value-Aktien zeichnen sich durch niedrige Kennzahlen wie KGV und KBV aus und zahlen häufig höhere Dividenden. Growth-Aktien hingegen reinvestieren ihre Gewinne ins Wachstum und haben oft ein hohes KGV. Dadurch sind Growth-Aktien oft risikoreicher, wobei generell bei allen Aktieninvestitionen jederzeit mit Kursschwankungen zu rechnen ist.
Um in Value-Aktien zu investieren, benötigen Sie zunächst ein Wertpapierdepot. Danach haben Sie verschiedene Investitionsmöglichkeiten. Anfänger können mit Value-Aktien-ETFs beginnen, die einen einfachen Einstieg ohne eigene Analysen ermöglichen. Bekannte Value-ETFs sind der iShares Edge MSCI World Value Factor (ISIN: IE00BP3QZB59) und der iShares Edge MSCI Europe Value Factor (ISIN: IE00BQN1K901). Erfahrene Anleger führen oft eigenständige Fundamentalanalysen durch und investieren direkt in ausgewählte Value-Aktien, die sie als unterbewertet identifiziert haben.
Der Begriff "Value" bedeutet an der Börse so viel wie "Wert" oder "Substanz". Value Investing beschreibt eine Anlagestrategie, bei der Investoren gezielt nach Aktien suchen, deren Börsenkurs unter dem geschätzten inneren Wert des Unternehmens liegt. Die Idee geht auf Benjamin Graham zurück, der diese Strategie in den 1930er Jahren entwickelte. Value-Investoren nutzen Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) und die Dividendenrendite, um unterbewertete Aktien zu identifizieren.
Coca-Cola gilt traditionell als eine der bekanntesten Value-Aktien weltweit. Das Unternehmen ist seit 1892 am Markt, verfügt über ein bewährtes Geschäftsmodell und zahlt seit Jahrzehnten zuverlässig Dividenden. Warren Buffett hält Coca-Cola seit 1988 in seinem Portfolio, aktuell mit einer Gewichtung von rund 10 %. Die Aktie zeichnet sich durch stabile Cashflows, eine starke Markenposition und eine moderate Bewertung aus. Ob Coca-Cola zum jeweiligen Zeitpunkt tatsächlich unterbewertet ist, hängt von der aktuellen Marktlage und den Kennzahlen ab.
Eine Value Trap (Wertfalle) ist eine Aktie, die auf den ersten Blick günstig bewertet erscheint, deren niedriger Kurs aber durch fundamentale Probleme gerechtfertigt ist. Typische Anzeichen für eine Value Trap sind: sinkende Umsätze über mehrere Jahre, ein veraltetes Geschäftsmodell, zunehmende Verschuldung oder ein schrumpfender Markt. Um Value Traps zu vermeiden, sollten Anleger neben den quantitativen Kennzahlen auch die qualitativen Faktoren eines Unternehmens analysieren, etwa Wettbewerbsposition, Management-Qualität und Zukunftsaussichten der Branche.
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