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Diese Kennzahlen fassen den deutschen Markt für Privatkredite, Ratenkredite und Konsumentenkredite zusammen. Die Werte stammen aus Bundesbank, SCHUFA, Destatis, BaFin, Eurostat und EZB.
| neue Konsumentenkredite vergaben Banken 2025 an private Haushalte in DeutschlandBundesbank MFI-Zinsstatistik, Jahresumme aus Monatswerten 2025. | 90,5 Mrd. € |
| betrug das Neugeschäft mit Konsumentenkrediten im Mai 2026Bundesbank, vorläufiger Monatswert Mai 2026. | 6,96 Mrd. € |
| lag der Effektive Jahreszins für neue Konsumentenkredite im Mai 2026Bundesbank, Effektivzinssätze einschließlich Kosten. | 8,52 % |
| des Neugeschäfts 2025 entfiel auf Laufzeiten beziehungsweise Zinsbindungen über 5 JahreBundesbank, Anteil aus Jahresvolumen nach Laufzeitsegmenten. | 61,2 % |
| neu aufgenommene Ratenkredite zählte die SCHUFA für 2024SCHUFA Risiko- und Kredit-Kompass 2025, von BaFin 2026 aufgegriffen. | >10 Mio. |
| der neuen Ratenkredite 2024 waren Kleinkredite unter 1.000 €SCHUFA Risiko- und Kredit-Kompass 2025. | 49,8 % |
| der Menschen über 18 hatten laut SCHUFA mindestens einen Negativeintrag beziehungsweise ZahlungsstörungenSCHUFA-Regionalanalyse 2025. | 8,6 % |
| Verbraucherinsolvenzen wurden 2025 in Deutschland gemeldetDestatis, Pressemitteilung Nr. 085 vom 13.03.2026. | 77.219 |
Diese Privatkredit Statistiken Deutschland Seite bündelt die wichtigsten Daten zum Kreditmarkt für private Haushalte. Im Alltag sprechen viele Menschen von Privatkredit, Ratenkredit oder Verbraucherkredit. Die Bundesbank nutzt in ihrer Zinsstatistik den Begriff Konsumentenkredit. Gemeint sind hier Kredite an private Haushalte für Konsumzwecke, nicht Baufinanzierungen und nicht Unternehmenskredite.
Der wichtigste Befund ist nüchtern: Der Markt ist groß, aber nicht euphorisch. Banken vergaben 2025 rund 90,5 Mrd. € neue Konsumentenkredite. Das lag unter 2024 und unter dem Niveau von 2021. Gleichzeitig blieb der durchschnittliche Effektive Jahreszins im hohen einstelligen Bereich. Wer heute einen Privatkredit vergleicht, vergleicht deshalb nicht nur Monatsraten, sondern vor allem Laufzeit, Gesamtkosten und die Art der Anfrage.
Für Journalisten und Analysten ist die Trennung wichtig. Bundesbank-Daten zeigen Volumen und Zinsen. SCHUFA-Daten zeigen Verträge, Kleinkredite und Zahlungsausfälle. Destatis zeigt, was passiert, wenn Schulden nicht mehr tragfähig sind. Zusammen ergeben diese Quellen brauchbare privatkredit marktdaten, aber keine einzelne Quelle deckt den gesamten Markt allein ab.
| Kennzahl | Wert | Einordnung / Quelle |
|---|---|---|
Neugeschäft Konsumentenkredite 2025 | 90,5 Mrd. € | Bundesbank, Jahresumme aus Monatswerten |
Neugeschäft Mai 2026 | 6,96 Mrd. € | Bundesbank, vorläufiger Monatswert |
Jan-Mai 2026 | 38,63 Mrd. € | 0,4 % über Jan-Mai 2025 |
Effektiver Jahreszins Mai 2026 | 8,52 % | Bundesbank, Neugeschäft insgesamt |
Jahresdurchschnitt Effektivzins 2025 | 8,33 % | Bundesbank, Monatsdurchschnitt |
Laufzeit über 5 Jahre, Anteil 2025 | 61,2 % | 55,4 Mrd. € von 90,5 Mrd. € |
Neue Ratenkredite 2024 | mehr als 10 Mio. | SCHUFA Risiko- und Kredit-Kompass 2025 |
Kleinkredite unter 1.000 € | 49,8 % der neuen Ratenkredite 2024 | SCHUFA, starker BNPL- und Kleinkredit-Effekt |
Verbraucherinsolvenzen 2025 | 77.219 | Destatis, +8,4 % zum Vorjahr |
Quelle: Deutsche Bundesbank, SCHUFA, Destatis, BaFinDaten vom Juli 2026
Die Bundesbank-Zeitreihe zeigt einen Markt, der seit 2021 eher seitwärts läuft. 2022 stieg das Neugeschäft mit Konsumentenkrediten auf 104,1 Mrd. €. Danach fiel es 2023 auf 97,4 Mrd. €, lag 2024 fast unverändert bei 97,7 Mrd. € und sank 2025 auf 90,5 Mrd. €.
Das passt zum Alltag vieler Haushalte. Höhere Preise, höhere Mieten und vorsichtigere Banken drücken auf größere Anschaffungen. Zugleich verschwinden Kredite nicht aus dem Leben. Autos, Möbel, Technik, Umschuldungen und Renovierungen werden weiter finanziert. Der Unterschied liegt im Preis: 2021 lag der durchschnittliche Effektivzins in der Bundesbank-Reihe bei 5,54 %. 2025 waren es 8,33 %. Ein Kredit über denselben Betrag fühlt sich dadurch ganz anders an.
Wer mehrere Angebote prüft, sollte bei Banken und Vermittlern auf eine Konditionsanfrage achten. Sie ist für den Vergleich gedacht. Eine harte Kreditanfrage kann sichtbar werden und im ungünstigen Fall den SCHUFA-Score belasten. Diese Unterscheidung ist in Deutschland kein Kleingedrucktes, sondern Teil eines sauberen Kreditvergleichs.
Jahresvolumen in Milliarden Euro, Banken in Deutschland, private Haushalte
Quelle: Deutsche Bundesbank, MFI-Zinsstatistik KonsumentenkrediteDaten vom Juli 2026
| Jahr | Neugeschäft | Ø Effektiver Jahreszins | Hinweis |
|---|---|---|---|
2021 | 97,5 Mrd. € | 5,54 % | Niedrigeres Zinsumfeld |
2022 | 104,1 Mrd. € | 6,07 % | Beginn des Zinsanstiegs |
2023 | 97,4 Mrd. € | 8,21 % | deutlich teurere Kredite |
2024 | 97,7 Mrd. € | 8,43 % | Volumen stabil, Zins hoch |
2025 | 90,5 Mrd. € | 8,33 % | 7,4 % weniger Volumen als 2024 |
Jan-Mai 2026 | 38,6 Mrd. € | 8,44 % | 0,4 % über Jan-Mai 2025 |
Quelle: Deutsche Bundesbank, MFI-Zinsstatistik KonsumentenkrediteDaten vom Juli 2026
Die Laufzeitstruktur ist der stille Kern der Konsumkredit Zahlen. Im Mai 2026 entfielen nur 200 Mio. € des Neugeschäfts auf variable Kredite oder Zinsbindungen bis 1 Jahr. Kredite mit 1 bis 5 Jahren kamen auf 2,60 Mrd. €. Der größte Block waren Laufzeiten über 5 Jahre mit 4,15 Mrd. €.
Auch im Gesamtjahr 2025 dominierte das lange Segment. Von 90,5 Mrd. € Neugeschäft entfielen 55,4 Mrd. € auf Laufzeiten über 5 Jahre. Das sind 61,2 %. Kredite mit 1 bis 5 Jahren machten 32,3 Mrd. € oder 35,7 % aus. Kurze Laufzeiten lagen bei nur 2,7 Mrd. € beziehungsweise 3,0 %.
Das klingt zunächst nach Sicherheit, hat aber zwei Seiten. Längere Laufzeiten drücken die Monatsrate, erhöhen aber häufig die Gesamtkosten. Bei einem Ratenkredit zählt deshalb nicht nur, ob die Rate ins Monatsbudget passt. Entscheidend ist, wie viel der Kredit bis zur letzten Rate kostet.
| Segment | Effektivzins Mai 2026 | Neugeschäft Mai 2026 | Neugeschäft 2025 | Anteil 2025 |
|---|---|---|---|---|
Variabel oder bis 1 Jahr | 6,44 % | 0,20 Mrd. € | 2,74 Mrd. € | 3,0 % |
Über 1 bis 5 Jahre | 6,98 % | 2,60 Mrd. € | 32,32 Mrd. € | 35,7 % |
Über 5 Jahre | 8,88 % | 4,15 Mrd. € | 55,40 Mrd. € | 61,2 % |
Insgesamt | 8,52 % | 6,96 Mrd. € | 90,45 Mrd. € | 100 % |
Neu verhandelte Konsumentenkredite | 9,35 % | 1,05 Mrd. € | 13,91 Mrd. € | 15,4 % des Neugeschäfts |
Quelle: Deutsche Bundesbank, MFI-Zinsstatistik Konsumentenkredite nach anfänglicher ZinsbindungDaten vom Juli 2026
Der sichtbarste Trend kommt nicht aus der Bundesbank-Zinsreihe, sondern aus den SCHUFA-Daten: 2024 wurden erstmals mehr als 10 Millionen neue Ratenkredite registriert. Laut BaFin-Zusammenfassung des SCHUFA Risiko- und Kredit-Kompasses entspricht das einem Anstieg von rund 50 % seit 2020.
Der Treiber sind kleine Beträge. 49,8 % der neuen Ratenkredite lagen 2024 unter 1.000 €. Im Jahr 2020 waren es 20,4 %. Genau hier liegen Buy-now-pay-later-Angebote, Ratenkäufe im Onlinehandel und andere Kleinstfinanzierungen. Auf dem Papier sind das kleine Kredite. Im Haushaltsbudget können mehrere kleine Raten aber genauso nerven wie eine große.
Die BaFin warnt deshalb besonders bei Kreditkartenraten und BNPL vor fehlender Finanzkompetenz. In ihrer 2025er Umfrage nutzten 10 % der Kreditkartennutzer echte Kreditkartenkredite. Drei Viertel dieser Nutzer gaben an, dass die Rückzahlung in Raten vom Institut voreingestellt war. Sieben von zehn Befragten mit Kreditkartenraten wussten nicht, welcher Zinssatz dafür anfällt. Das ist gefährlich, weil Kreditkartenkredite laut BaFin aktuell bis zu 25 % Effektivzins erreichen können.
| Kennzahl | Wert | Quelle / Einordnung |
|---|---|---|
Neue Ratenkredite 2024 | mehr als 10 Mio. | SCHUFA, von BaFin 2026 aufgegriffen |
Anstieg seit 2020 | ca. 50 % | BaFin-Zusammenfassung der SCHUFA-Daten |
Kleinkredite unter 1.000 € | 49,8 % der neuen Ratenkredite 2024 | SCHUFA Risiko- und Kredit-Kompass |
Kleinkredit-Anteil 2020 | 20,4 % | Vergleichswert aus SCHUFA-Berichterstattung |
Kreditkartennutzer mit echtem Kreditkartenkredit | 10 % | BaFin-Umfrage 2025 |
Ratenzahlung voreingestellt | 75 % dieser Nutzer | BaFin-Umfrage 2025 |
Zinssatz unbekannt | 7 von 10 Nutzern mit Kreditkartenraten | BaFin-Umfrage 2025 |
Möglicher Effektivzins Kreditkartenkredit | bis zu 25 % | BaFin, Risiken im Fokus 2026 |
Quelle: SCHUFA Risiko- und Kredit-Kompass 2025; BaFin Risiken im Fokus 2026Daten vom Mai 2026
Destatis misst nicht den gesamten Privatkreditmarkt, aber die Überschuldungsstatistik zeigt, wo Kredit- und Zahlungslasten besonders schwer werden. Personen, die 2024 eine Schuldnerberatungsstelle nutzten, waren im Durchschnitt mit 32.976 € verschuldet. Unter 25-Jährige lagen im Schnitt bei 11.269 €. Personen ab 65 Jahren lagen bei 46.847 €.
Auch die Art der Gläubiger unterscheidet sich. Bei Personen ab 65 Jahren hatten 59,2 % Verbindlichkeiten bei Kreditinstituten. Bei den unter 25-Jährigen waren es 35,2 %. Dafür waren junge Menschen deutlich häufiger bei Telekommunikationsunternehmen und im Versand- beziehungsweise Onlinehandel verschuldet.
Diese Zahlen ersetzen keine Bonitätsprüfung. Sie zeigen aber, warum Kreditberatung je nach Lebensphase anders aussehen muss. Ein 24-Jähriger mit mehreren kleinen Zahlungsrückständen braucht andere Hilfe als eine 68-Jährige mit einem großen Bankkredit. Für Umschuldungen kann ein Umschuldungskredit sinnvoll sein, aber nur wenn die Gesamtkosten tatsächlich sinken und keine neue Schuldenrunde beginnt.
| Kennzahl | Alle beratenen Personen | Unter 25 Jahre | Ab 65 Jahre |
|---|---|---|---|
Durchschnittliche Schulden | 32.976 € | 11.269 € | 46.847 € |
Überschuldungsintensität | 25 Monate | 11 Monate | 38 Monate |
Anteil mit Schulden bei Kreditinstituten | 50,9 % | 35,2 % | 59,2 % |
Durchschnittliche Bankverbindlichkeit | nicht separat ausgewiesen | 2.677 € | 23.790 € |
Schulden bei Telekommunikationsunternehmen | 48,3 % | 57,4 % | 28,3 % |
Schulden bei Versand- und Onlinehandel | 29,4 % | 38,8 % | 17,5 % |
Größte Altersgruppe in Beratung | 35 bis 45 Jahre: 28 % | - | - |
Quelle: Statistisches Bundesamt, Überschuldungsstatistik 2024Daten vom Juni 2025
| Kennzahl | Wert 2024 | Vergleich / Kontext |
|---|---|---|
Beratene Personen hochgerechnet | 577.400 | Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen |
Schulden bei Online- und Versandhändlern | 29 % | 2019: 27 % von 582.100 beratenen Personen |
Durchschnittliche Online-/Versandhandel-Schuld | 644 € | 2019: 515 € |
Online-/Versandhandel an Gesamtschulden | 2 % | bei durchschnittlich 32.976 € Gesamtschulden |
Sonstige öffentliche Gläubiger | 57 % | häufigste Gläubigergruppe laut Destatis |
Telekommunikationsunternehmen | 48 % | zweithäufig genannte Gläubigergruppe |
Frauen mit Online-/Versandhandel-Schulden | 36 % | Männer: 24 % |
Durchschnittliche Online-/Versandhandel-Schuld Frauen | 834 € | Männer: 463 € |
Quelle: Statistisches Bundesamt, Überschuldungsstatistik 2024Daten vom Nov. 2025
Für Privatkredit-Volumen nach Bundesland gibt es keine saubere, öffentliche Bundesbank-Reihe. Belastbarer sind regionale Zahlungsschwierigkeiten. Die SCHUFA-Regionalanalyse zeigt dabei kein simples Ost-West-Gefälle. Bayern und Baden-Württemberg haben niedrige Anteile von Personen mit Negativeinträgen. Bremen, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt liegen deutlich höher.
Auf Kreisebene sind die Unterschiede noch stärker. Gelsenkirchen kam laut SCHUFA auf 19,3 %, Duisburg auf 19,1 % und Bremerhaven auf 17,5 %. Am anderen Ende stehen bayerische Landkreise: Eichstätt lag bei 3,9 %, Erlangen-Höchstadt bei 4,1 %, Würzburg, Landsberg am Lech und Aichach-Friedberg jeweils bei 4,4 %.
Für die Interpretation zählt: Das sind Daten zu Zahlungsschwierigkeiten beziehungsweise Negativeinträgen, nicht zu jeder Kreditaufnahme. Eine Region mit niedriger Negativquote kann trotzdem viele Kredite haben. Eine hohe Negativquote zeigt eher, wo Rückzahlung und Liquidität im Alltag häufiger brechen.
| Region | Anteil mit mindestens einem Negativeintrag | Einordnung |
|---|---|---|
Deutschland gesamt | 8,6 % | Bundesdurchschnitt |
Bayern | 6,4 % | niedrigster Länderwert |
Baden-Württemberg | 7,0 % | zweitniedrigster Länderwert |
Sachsen | 7,8 % | unter Bundesdurchschnitt |
Brandenburg | 7,8 % | unter Bundesdurchschnitt |
Saarland | 8,9 % | über Bundesdurchschnitt |
Mecklenburg-Vorpommern | 9,3 % | über Bundesdurchschnitt |
Nordrhein-Westfalen | 10,3 % | deutlich über Bundesdurchschnitt |
Sachsen-Anhalt | 10,5 % | deutlich über Bundesdurchschnitt |
Berlin | 10,8 % | Schlussgruppe |
Bremen | 11,5 % | höchster Länderwert |
Gelsenkirchen | 19,3 % | höchster Kreiswert in der SCHUFA-Auswertung |
Eichstätt | 3,9 % | niedrigster Kreiswert in der SCHUFA-Auswertung |
Quelle: SCHUFA Regionalanalyse 2025: So zahlt Deutschland in Ost und WestDaten vom Okt. 2025
Eurostat misst beim Bruttoschulden-Einkommens-Verhältnis der Haushalte alle Haushaltskredite im Verhältnis zum verfügbaren Einkommen. Das ist breiter als reine Privatkredite, weil auch Wohnungsdarlehen enthalten sind. Für den EU-Vergleich ist die Kennzahl trotzdem nützlich: Sie zeigt, wie stark Haushalte insgesamt gehebelt sind.
Deutschland lag 2024 bei 75,29 %. Das ist deutlich unter Frankreich mit 90,94 % und weit unter den Niederlanden mit 180,71 % oder Dänemark mit 168,64 %. Spanien lag mit 68,84 % darunter, Italien mit 55,43 % noch niedriger. Polen kam auf 36,43 %.
Die Einordnung für Privatkredite: Deutschland ist kein Land mit extrem hoher privater Haushaltsverschuldung im europäischen Vergleich. Trotzdem können einzelne Konsumentenkredite teuer sein, weil die Zinsen im Ratenkreditmarkt deutlich höher liegen als bei besicherten Immobilienkrediten.
| Land | Wert 2024 | Hinweis |
|---|---|---|
Deutschland | 75,29 % | Haushaltskredite insgesamt / verfügbares Einkommen |
Frankreich | 90,94 % | höher als Deutschland |
Spanien | 68,84 % | unter Deutschland |
Italien | 55,43 % | deutlich unter Deutschland |
Niederlande | 180,71 % | sehr hoher Wert, stark hypothekengetrieben |
Dänemark | 168,64 % | sehr hoher Wert, stark hypothekengetrieben |
Polen | 36,43 % | niedriger Haushaltsverschuldungsgrad |
Quelle: Eurostat, tec00104 Gross debt-to-income ratio of householdsDaten vom Juli 2026
Für die nächsten Jahre spricht wenig für einen einfachen Kreditboom. Das Bundesbank-Neugeschäft lag von Januar bis Mai 2026 nur 0,4 % über dem gleichen Zeitraum 2025. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr wären das rund 92,7 Mrd. €, also etwas mehr als 2025, aber weiter unter 2021 und 2022. Diese Hochrechnung ist keine Prognose, sondern nur ein Tempo-Vergleich auf Basis der ersten fünf Monate.
Die EZB-Bank Lending Survey meldete für das vierte Quartal 2025 im Euroraum eine leicht sinkende Nachfrage nach consumer credit and other lending to households, netto -2 %. Für Deutschland wurde die Nachfrage als unverändert beschrieben. Gleichzeitig belastete schwaches Verbrauchervertrauen die Nachfrage in Deutschland und Frankreich.
Die größere Bewegung dürfte deshalb im Produktmix liegen. Klassische Verbraucherkredite bleiben relevant, aber Kleinkredite, Kreditkartenraten und BNPL machen den Markt kleinteiliger. Für Verbraucher ist das unbequemer als ein einziger großer Kredit, weil viele kleine Raten schlechter sichtbar sind. Wer Dispo, Kreditkarte und Ratenkauf parallel nutzt, sollte zuerst die teuersten Schulden priorisieren. Unser Vergleich Dispokredit oder Ratenkredit erklärt diesen Kostenunterschied.
| Signal | Wert | Interpretation |
|---|---|---|
Bundesbank Jan-Mai 2026 | 38,63 Mrd. € Neugeschäft | 0,4 % über Jan-Mai 2025 |
Annualisiertes Tempo Jan-Mai 2026 | 92,7 Mrd. € | rechnerischer Jahreslauf, keine Prognose |
Effektivzins Jan-Mai 2026 | 8,44 % | weiter hoher einstelliger Bereich |
EZB BLS Euroraum Q4 2025 | -2 % Netto-Nachfrage | leichter Rückgang bei consumer credit |
EZB BLS Deutschland Q4 2025 | Nachfrage unverändert | kein breiter Nachfragesprung |
BaFin-Risiko 2026 | Kreditkartenkredite bis 25 % Effektivzins | Risikofokus bei Ratenzahlungen und BNPL |
Quelle: Deutsche Bundesbank; EZB Bank Lending Survey Q4 2025; BaFin Risiken im Fokus 2026Daten vom Jan. 2026
Diese Statistikseite verwendet offizielle und primärnahe Quellen. Die Bundesbank ist die beste Quelle für Zinsen und Neugeschäftsvolumen von Konsumentenkrediten. Für reine Ratenkreditverträge und Kleinkredite ist die SCHUFA-Datenbasis relevant, weil viele Institute dort Kreditverpflichtungen und Zahlungsstörungen melden. Destatis ist die Quelle für Verbraucherinsolvenzen und Überschuldungsstatistik. Eurostat ordnet Deutschland im europäischen Haushaltsverschuldungsvergleich ein. Die EZB ergänzt Kreditangebots- und Nachfrageeinschätzungen der Banken.
Die Zahlen sind nicht addierbar. Ein Bundesbank-Konsumentenkredit ist eine andere Messgröße als ein SCHUFA-Ratenkreditvertrag. Ein Destatis-Schuldnerberatungsfall ist ebenfalls kein Kreditvertrag, sondern ein Überschuldungskontext. Genau deshalb stehen in den Tabellen immer Quelle und Messpunkt.
Für Recherchen rund um einzelne Personen gilt: Kreditwürdigkeit ist individuell. Einkommen, Ausgaben, bestehende Verpflichtungen, Vertragslaufzeit, SCHUFA-Daten und Unterlagen entscheiden zusammen. Wer einen Antrag vorbereitet, findet die wichtigsten Nachweise in unserem Leitfaden zu Kreditunterlagen. Wer seine gespeicherten Daten prüfen möchte, kann zusätzlich ein SCHUFA-Monitoring nutzen.
Banken in Deutschland vergaben 2025 laut Bundesbank rund 90,5 Mrd. € neue Konsumentenkredite an private Haushalte. Im Mai 2026 lag das monatliche Neugeschäft bei 6,96 Mrd. €.
Der durchschnittliche Effektive Jahreszins für neue Konsumentenkredite lag im Mai 2026 laut Bundesbank bei 8,52 %. Im Jahresdurchschnitt 2025 lag er bei 8,33 %.
Privatkredit ist der geläufige Oberbegriff für Kredite an Privatpersonen. Ratenkredit beschreibt die Rückzahlung in festen Monatsraten. Die Bundesbank verwendet in ihrer Zinsstatistik den Begriff Konsumentenkredit für Kredite an private Haushalte zu Konsumzwecken.
Die SCHUFA meldete für 2024 erstmals mehr als 10 Millionen neu aufgenommene Ratenkredite. Fast die Hälfte davon, 49,8 %, waren Kleinkredite unter 1.000 €.
Laut SCHUFA-Regionalanalyse lagen Bremen mit 11,5 % und Berlin mit 10,8 % am höchsten. Bayern hatte mit 6,4 % den niedrigsten Länderwert. Diese Daten messen Negativeinträge beziehungsweise Zahlungsschwierigkeiten, nicht das Kreditvolumen.
Eurostat weist für Deutschland 2024 ein Bruttoschulden-Einkommens-Verhältnis der Haushalte von 75,29 % aus. Das liegt unter Frankreich, den Niederlanden und Dänemark, aber über Italien, Spanien und Polen. Die Kennzahl umfasst alle Haushaltskredite, nicht nur Privatkredite.
Für Zinsen und Volumen ist die Deutsche Bundesbank die Hauptquelle. Für Ratenkreditverträge und Zahlungsschwierigkeiten ist der SCHUFA Risiko- und Kredit-Kompass relevant. Für Überschuldung, Schuldnerberatung und Verbraucherinsolvenzen sind Destatis-Daten geeignet.
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