Rentenlücke Deutschland: 30 Statistiken 2026

Ivan Bevanda
13 Min. LesezeitWir folgen unserer

Unsere Verpflichtung zur Transparenz

Unser Engagement für ehrliche, unvoreingenommene Finanzberatung

Wir recherchieren

Unser Team sammelt Produktdaten direkt von den Anbietern. Wir überprüfen Zinssätze, Gebühren und Konditionen — nicht nur Werbeversprechen.

Wir vergleichen

Produkte werden anhand des Financer Scores bewertet — unserer transparenten Bewertungsmethodik, die Zinssätze, Gebühren, Zugänglichkeit und Nutzerbewertungen gewichtet.

Wie wir verdienen

Wenn Sie auf einen Anbieter klicken und sich anmelden, erhalten wir möglicherweise eine Vermittlungsprovision. So bleibt Financer kostenlos. Wir legen diese Beziehungen immer offen.

Bei Financer.de setzen wir uns dafür ein, Ihnen bei Ihren Finanzen zu helfen. Alle unsere Inhalte entsprechen unseren redaktionellen Richtlinien. Wir sind transparent darüber, wie wir Produkte und Dienstleistungen in unserem Bewertungsprozess überprüfen und wie wir in unserer Offenlegung für Werbebetriebende Geld verdienen.
Wir helfen Millionen seit 2014, bessere Finanzentscheidungen zu treffen
Aktuelle Daten zu Rentenlücke, Gender Pension Gap, Altersarmut, Rentenniveau, Demografie und Vorsorge in Deutschland mit Quellen.

Rentenlücke Deutschland Statistiken 2026: die wichtigsten Zahlen

Diese Seite sammelt rentenlücke deutschland statistiken für Deutschland. Gemeint ist nicht nur die Frage, wie hoch eine einzelne gesetzliche Rente ausfällt. Die Rentenlücke entsteht an mehreren Stellen gleichzeitig: zwischen Frauen und Männern, zwischen Standardrente und tatsächlicher Altersrente, zwischen Rentnerhaushalten und der Gesamtbevölkerung sowie zwischen künftigen Ansprüchen und dem Einkommen im Erwerbsleben.

Die aktuellste amtliche Kennzahl kommt von Destatis. Frauen ab 65 Jahren mit Alterseinkünften erhielten nach EU-SILC 2025 im Schnitt rund 1.820 Euro brutto pro Monat, Männer rund 2.400 Euro. Daraus ergibt sich ein Gender Pension Gap von 24,2 %. Ohne Hinterbliebenenrenten steigt die Lücke auf 36,0 %.

Für die gesetzliche Rente sieht das Bild ähnlich nüchtern aus. Im Rentenbestand Ende 2024 lag der durchschnittliche Zahlbetrag einer Altersrente bei 1.154 Euro monatlich nach Abzug der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung der Rentner. Bei Männern waren es 1.405 Euro, bei Frauen 955 Euro. Diese Rentenlücke Zahlen sind als zitierbare Übersicht gedacht. Für konkrete Vorsorgeentscheidungen brauchen Sie zusätzlich Ihre Renteninformation, Haushaltsbudget und einen Anlageplan, etwa über einen ETF-Sparplan oder sichere Rücklagen.

Rentenlücke Deutschland: 8 Kernzahlen

Daten vom Juli 2026

Die Kennzahlen zeigen den aktuellen Stand der Rentenlücke, der gesetzlichen Rente, der Altersarmut und der demografischen Belastung in Deutschland.

KennzahlWertEinordnung
Gender Pension Gap bei Alterseinkünften in DeutschlandDestatis, Rente und mehr, 09.04.2026.24,2 %EU-SILC 2025, Frauen 1.820 € vs. Männer 2.400 € brutto monatlich
Gender Pension Gap ohne HinterbliebenenrentenDestatis, EU-SILC 2025.36,0 %zeigt die Lücke bei eigenen Ansprüchen stärker
Durchschnittlicher Zahlbetrag einer gesetzlichen AltersrenteDRV Aktuelle Daten 2026, Rentenbestand 31.12.2024.1.154 €Männer 1.405 €, Frauen 955 €
Standardrente netto vor Steuern nach 45 VersicherungsjahrenDRV Aktuelle Daten 2026.1.612,53 €brutto 1.835,55 € ab 01.07.2025
Personen ab 65 mit ArmutsgefährdungDestatis, EU-SILC 2025.19,5 %Frauen 21,3 %, Männer 17,3 %
Menschen mit Grundsicherung im Alter Ende 2025Destatis, Grundsicherung im Alter.764.100+42,5 % gegenüber 2015
Durchschnittliche Rentenbezugsdauer 2024Destatis/DRV.20,5 JahreFrauen 22,1 Jahre, Männer 18,9 Jahre
Sicherungsniveau vor SteuernBMAS Rentenversicherungsbericht 2025.48,0 %Haltelinie bis 2031, danach 46,3 % bis 2039

Quelle: Destatis, Deutsche Rentenversicherung, BMAS und Eurostat

Die Quellen messen unterschiedliche Ebenen: Destatis erfasst Alterseinkünfte aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge, die DRV misst gesetzliche Rentenzahlbeträge, BMAS modelliert das Sicherungsniveau und Destatis-Bevölkerungsvorausberechnungen zeigen die demografische Entwicklung.

Gender Pension Gap: die amtliche Rentenlücke ist kleiner geworden, aber bleibt groß

Destatis bezeichnet den Gender Pension Gap ausdrücklich als geschlechtsspezifische Altersvorsorgelücke. Die aktuellste Auswertung aus EU-SILC 2025 zeigt: Frauen ab 65 Jahren mit Alterseinkünften kamen im Schnitt auf 1.820 Euro brutto monatlich, Männer auf 2.400 Euro. Die Differenz von 24,2 % ist die griffigste Kennzahl für die Rentenlücke in Deutschland.

Der Wert ist gegenüber früheren Jahren gesunken. 2021 lag der Gender Pension Gap noch bei 29,8 %, 2024 bei 25,8 %. Das ist Fortschritt, aber kein Entwarnungssignal. Werden Hinterbliebenenrenten herausgerechnet, steigt die Lücke auf 36,0 %. Diese zweite Zahl ist unbequem, weil sie zeigt, wie stark viele Frauen im Alter noch über abgeleitete Ansprüche abgesichert sind.

Für den Alltag bedeutet das: Die Rente ist nicht nur ein Thema für kurz vor dem Ruhestand. Teilzeitjahre, unbezahlte Sorgearbeit, niedrigere Löhne und kürzere Erwerbsbiografien werden über Jahrzehnte in Rentenpunkte übersetzt. Der Altersvorsorge Gap entsteht leise, Jahr für Jahr.

Gender Pension Gap in Deutschland

Alterseinkünfte von Frauen ab 65 im Vergleich zu Männern, in Prozent

Quelle: Destatis, EU-SILC 2021 bis 2025Daten vom Apr. 2026

Gender Pension Gap: mit und ohne Hinterbliebenenrenten

JahrGap alle AlterseinkünfteGap ohne HinterbliebenenrentenEinordnung

2021

29,8 %

41,0 %

Ausgangswert der kurzen Destatis-Zeitreihe

2023

27,1 %

39,4 %

Erstergebnisse EU-SILC 2023

2024

25,8 %

36,9 %

Endergebnisse EU-SILC 2024

2025

24,2 %

36,0 %

Endergebnisse EU-SILC 2025

Quelle: Destatis, Rente und mehr sowie Pressemitteilungen zum Gender Pension GapDaten vom Apr. 2026

Gesetzliche Rente: der Durchschnitt liegt deutlich unter der Standardrente

Die Standardrente wird oft als Referenz genannt, ist aber kein Durchschnitt. Sie beschreibt eine Modellperson mit 45 Versicherungsjahren und durchgehendem Durchschnittsverdienst. Ab 1. Juli 2025 liegt sie laut DRV bei 1.835,55 Euro brutto und 1.612,53 Euro netto vor Steuern.

Der tatsächliche Rentenbestand sieht niedriger aus. Ende 2024 wurden 18,92 Millionen Altersrenten gezahlt. Der durchschnittliche monatliche Zahlbetrag lag bei 1.154 Euro. Männer erhielten im Schnitt 1.405 Euro, Frauen 955 Euro. Genau hier liegt ein wichtiger Teil der Rentenlücke: Viele Biografien erreichen weder 45 volle Durchschnittsjahre noch durchgehend durchschnittliche Einkommen.

Wer seine persönliche Lücke einschätzen will, sollte die Renteninformation nicht wie eine Prognose auf Autopilot lesen. Der dort genannte Betrag muss gegen heutige Fixkosten, Inflation und geplante Ausgaben im Alter gestellt werden. Unser Artikel zur Witwenrente zeigt zusätzlich, warum Hinterbliebenenansprüche zwar wichtig sind, eigene Ansprüche aber nicht ersetzen.

Gesetzliche Renten im Bestand und Zugang

KennzahlInsgesamtMännerFrauen

Altersrenten im Bestand 31.12.2024

18.919.641

8.361.876

10.557.765

Durchschnittlicher Zahlbetrag Altersrenten

1.154 €

1.405 €

955 €

Versichertenrenten im Bestand 31.12.2024

20.667.043

9.143.769

11.523.274

Durchschnittlicher Zahlbetrag Versichertenrenten

1.143 €

1.372 €

961 €

Altersrenten im Rentenzugang 2024

937.107

452.184

484.923

Durchschnittlicher Zahlbetrag neue Altersrenten

1.154 €

1.340 €

981 €

Quelle: Deutsche Rentenversicherung, Aktuelle Daten 2026Daten vom Dez. 2025

Rentnerinnen und Rentner am 1. Juli 2025

RentnerstatusPersonenDurchschnittlicher GesamtrentenzahlbetragEinordnung

Alle Rentner

21.491.178

1.289 €

Männer 1.416 €, Frauen 1.194 €

Einzelrentner

17.356.893

1.174 €

Männer 1.380 €, Frauen 975 €

Versichertenrentner

16.458.676

1.208 €

Männer 1.390 €, Frauen 1.016 €

Witwen-/Witwerrentner

898.217

555 €

Männer 431 €, Frauen 569 €

Mehrfachrentner

4.134.285

1.771 €

häufig Kombination aus eigener Rente und Hinterbliebenenrente

Quelle: Deutsche Rentenversicherung, Aktuelle Daten 2026Daten vom Dez. 2025

Altersarmut: die Lücke zeigt sich am stärksten unten in der Verteilung

Rentenlücke klingt nach Durchschnitt. Altersarmut zeigt, was am unteren Rand passiert. Nach EU-SILC 2025 waren 19,5 % der Menschen ab 65 Jahren armutsgefährdet. Bei Frauen ab 65 lag die Quote bei 21,3 %, bei Männern bei 17,3 %. Bei Personen ab 75 Jahren blieb die Quote mit 19,1 % fast genauso hoch.

Ein weiterer Warnwert ist die Grundsicherung im Alter. Ende 2025 erhielten 764.100 Menschen diese Leistung. Das waren 3,4 % mehr als Ende 2024 und 42,5 % mehr als 2015. Nicht jeder Anspruch wird beantragt, und nicht jeder niedrige Rentenbetrag führt automatisch zur Grundsicherung. Trotzdem zeigt die Entwicklung, wie eng die Spielräume vieler älterer Haushalte sind.

Destatis weist außerdem aus, dass Rentnerhaushalte, in denen ausschließlich Personen ab 65 im Ruhestand leben, im Durchschnitt 92 % ihres Einkommens aus Renten und Pensionen beziehen. Einnahmen aus Vermögen machen nur 5 % aus. Genau deshalb reicht ein später Sparstart oft nicht aus. Wer zuerst einen Puffer braucht, beginnt pragmatisch mit Rücklagen, bevor langfristige Anlagen dazukommen.

Altersarmut und Einkommen im Ruhestand

KennzahlWertJahr / QuelleEinordnung

Median-Nettoäquivalenzeinkommen ab 65

2.080 €

EU-SILC 2025

Gesamtbevölkerung: rund 2.410 €

Armutsgefährdung ab 65

19,5 %

EU-SILC 2025

Gesamtbevölkerung: 16,1 %

Armutsgefährdung Frauen ab 65

21,3 %

EU-SILC 2025

höher als bei Männern

Armutsgefährdung Männer ab 65

17,3 %

EU-SILC 2025

niedriger als bei Frauen

Grundsicherung im Alter

764.100 Personen

Ende 2025

+42,5 % gegenüber 2015

Renten und Pensionen im Rentnerhaushalt

92 % des Einkommens

EU-SILC 2024

Vermögen nur 5 %, Erwerbstätigkeit 2 %

Quelle: Destatis, EU-SILC 2025 und Grundsicherung im AlterDaten vom Apr. 2026

Bundesländer-Vergleich: Einkommen, Erwerbsbiografien und Alterung laufen auseinander

Die Rentenlücke ist regional nicht überall gleich sichtbar. Der Rentenatlas 2025 zeigt bei Altersrenten nach mindestens 35 Versicherungsjahren einen Bundesdurchschnitt von 1.892 Euro brutto für Männer und 1.459 Euro brutto für Frauen. In Baden-Württemberg lagen Männer mit rund 2.013 Euro besonders hoch, in Nordrhein-Westfalen mit rund 2.005 Euro ebenfalls mehr als 100 Euro über dem Bundesdurchschnitt.

Auf der demografischen Seite fällt der Ost-West-Unterschied anders aus. Destatis beziffert den Altenquotienten in westdeutschen Flächenländern 2024 auf 32 Personen ab 67 je 100 Personen im Erwerbsalter. In ostdeutschen Flächenländern lag er bei 42, in den Stadtstaaten bei 26. Damit trifft die Finanzierungsfrage Regionen mit älterer Bevölkerung früher und härter.

Für private Haushalte heißt das: Eine Rentenlücke kann in München anders wirken als in Chemnitz, obwohl die prozentuale Lücke ähnlich aussieht. Mieten, Eigentumsquote, Gesundheitskosten, familiäre Unterstützung und Vermögen entscheiden darüber, ob ein Rentenbetrag im Alltag reicht.

Regionale Kennzahlen zur Rentenlücke

KennzahlWertRegionQuelle

Altersrente nach mindestens 35 Versicherungsjahren, Männer

1.892 € brutto

Bundesdurchschnitt

DRV Rentenatlas 2025

Altersrente nach mindestens 35 Versicherungsjahren, Frauen

1.459 € brutto

Bundesdurchschnitt

DRV Rentenatlas 2025

Männer mit mindestens 35 Versicherungsjahren

2.013 € brutto

Baden-Württemberg

DRV Rentenatlas 2025

Männer mit mindestens 35 Versicherungsjahren

2.005 € brutto

Nordrhein-Westfalen

DRV Rentenatlas 2025

Altenquotient

32

Westdeutsche Flächenländer

Destatis 2026

Altenquotient

42

Ostdeutsche Flächenländer

Destatis 2026

Altenquotient

26

Stadtstaaten

Destatis 2026

Quelle: DRV Rentenatlas 2025 und Destatis Rente und mehrDaten vom Nov. 2025

EU- und OECD-Vergleich: Deutschland liegt nicht allein, aber die Ersatzrate ist niedrig

Eurostat beziffert den durchschnittlichen Gender Pension Gap in der EU für 2024 auf 24,5 %, den medianen Gap auf 24,9 %. Deutschland liegt mit seinem aktuellen Destatis-Wert von 24,2 % nahe an dieser Größenordnung. Deutlich größere durchschnittliche Lücken meldete Eurostat für Malta (40,3 %), die Niederlande (36,3 %) und Österreich (35,6 %). Am unteren Ende lagen Estland (5,6 %), die Slowakei (8,4 %) sowie Tschechien und Ungarn mit jeweils 9,6 %.

Der OECD-Vergleich zeigt eine zweite Ebene. Für eine Person, die 2024 mit 22 Jahren in Deutschland ins Erwerbsleben eintritt und eine vollständige Karriere mit Durchschnittsverdienst erreicht, schätzt die OECD die künftige Nettoersatzrate aus der Pflichtvorsorge auf 53,3 %. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 63,2 %. Mit freiwilliger privater Vorsorge über volle Erwerbsjahre steigt der deutsche Wert in der OECD-Rechnung auf 68,0 %.

Das ist der eigentliche Kern der Rentenlücke: Die gesetzliche Rente soll nicht automatisch den früheren Lebensstandard vollständig ersetzen. Wer diese Lücke schließen will, braucht zusätzliche Vorsorge. Für viele Haushalte sind breit gestreute Fonds, etwa ETFs, ein praktikabler Baustein. Für sicherheitsorientierte Teile der Vorsorge können auch Festgeld und liquide Reserven eine Rolle spielen.

Rentenlücke im internationalen Vergleich

KennzahlWertLand / GruppeEinordnung

Durchschnittlicher Gender Pension Gap

24,5 %

EU 2024

Frauen ab 65 gegenüber Männern

Medianer Gender Pension Gap

24,9 %

EU 2024

Eurostat ilc_pnp13m

Höchster durchschnittlicher Gap

40,3 %

Malta

Eurostat 2024

Hoher Gap

36,3 %

Niederlande

Eurostat 2024

Niedriger Gap

5,6 %

Estland

Eurostat 2024

Künftige Nettoersatzrate Pflichtvorsorge

53,3 %

Deutschland

OECD, Durchschnittsverdiener

OECD-Durchschnitt Nettoersatzrate

63,2 %

OECD

gleiche Modellannahme

Quelle: Eurostat und OECD Pensions at a Glance 2025Daten vom Dez. 2025

Rentenpunkte hängen stark am beitragspflichtigen Einkommen. Deshalb sind Arbeitsmarktunterschiede keine Nebensache. Die OECD nennt für Deutschland eine erwartete Lebensverdienstlücke von 43 % zulasten von Frauen gegenüber 35 % im OECD-Durchschnitt. Für 2023 nennt sie drei Treiber: Frauen arbeiteten im Schnitt 7,5 Stunden pro Woche weniger, verdienten 21 % weniger pro Stunde und hatten 4,2 Jahre kürzere Erwerbsbiografien.

Destatis-Zahlen zur Teilzeit passen dazu. 2024 arbeiteten 29 % der Erwerbstätigen in Deutschland in Teilzeit. Bei Frauen waren es 49 %, bei Männern 12 %. Bei Müttern mit Kindern unter 18 Jahren lag die Teilzeitquote bei 68 %, bei Müttern mit Kindern unter 3 Jahren sogar bei 73 %. Bei Vätern waren es 8 % beziehungsweise 9 %.

Diese Zahlen erklären, warum die Rentenlücke nicht erst mit dem Rentenantrag entsteht. Sie beginnt, wenn Arbeitszeit reduziert wird, Lohnerhöhungen ausbleiben oder Care-Arbeit nicht über eigene Beiträge abgebildet wird. Das heißt nicht, dass Teilzeit falsch ist. Es heißt nur: Die finanziellen Folgen gehören früh auf den Tisch.

Prognosen bis 2039 und 2070: mehr Rentner, weniger Erwerbsbevölkerung

Die demografische Entwicklung verschärft die Rentenfrage. 2024 gab es in Deutschland 16,7 Millionen Menschen ab 67 Jahren. Bis 2038 steigt diese Zahl laut 16. koordinierter Bevölkerungsvorausberechnung auf 20,5 bis 21,3 Millionen. Der Anteil der Menschen im Rentenalter wächst damit von 20 % auf 25 bis 27 %.

Gleichzeitig sinkt die Zahl der Menschen im Erwerbsalter. 2024 waren es 51,2 Millionen Personen zwischen 20 und 66 Jahren. Bei moderater Entwicklung mit hoher Nettozuwanderung rechnet Destatis für 2070 mit 45,3 Millionen. Bei moderater Nettozuwanderung wären es 41,2 Millionen, bei niedrigem Wanderungssaldo 37,1 Millionen.

Das Sicherungsniveau vor Steuern bleibt nach BMAS-Projektion durch die Haltelinie bis 2031 bei 48 %. Nach Auslaufen der Haltelinie sinkt es bis 2039 auf 46,3 %. Die Renten selbst sollen bis 2039 um insgesamt gut 45 % steigen, aber das löst die individuelle Lücke nicht automatisch. Entscheidend ist, ob Einkommen, Preise, Beiträge und private Vorsorge im eigenen Haushalt mithalten. Der Blick auf Inflation gehört deshalb zur Altersvorsorge dazu.

Personen im Rentenalter ab 67 Jahren

Deutschland, 2024 Ist-Wert und 2038 Mittelwert der Destatis-Spanne

Quelle: Destatis, 16. koordinierte BevölkerungsvorausberechnungDaten vom Dez. 2025

Demografische Prognosen zur Rentenlücke

KennzahlWertJahrQuelle

Personen ab 67

16,7 Mio.

2024

Destatis

Personen ab 67

20,5 bis 21,3 Mio.

2038

Destatis

Anteil ab 67 an Bevölkerung

20 %

2024

Destatis

Anteil ab 67 an Bevölkerung

25 bis 27 %

2038

Destatis

Menschen im Erwerbsalter

51,2 Mio.

2024

Destatis

Menschen im Erwerbsalter bei hoher Nettozuwanderung

45,3 Mio.

2070

Destatis

Sicherungsniveau vor Steuern

46,3 %

2039

BMAS

Quelle: Destatis Bevölkerungsvorausberechnung und BMAS Rentenversicherungsbericht 2025Daten vom Dez. 2025

Methodik: welche Zahl beantwortet welche Frage?

Für diese Seite wurden nur amtliche oder institutionelle Quellen verwendet: Destatis, Deutsche Rentenversicherung, BMAS, Eurostat und OECD. Die Zahlen sind bewusst nicht auf eine einzige „Rentenlücke“ verdichtet, weil das methodisch unsauber wäre.

  • Gender Pension Gap: Unterschied der durchschnittlichen oder medianen Alterseinkünfte von Frauen und Männern ab 65 Jahren.
  • Gesetzliche Rentenzahlbeträge: Monatliche Zahlbeträge der DRV nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen der Rentner, aber nicht automatisch nach Steuern.
  • Standardrente: Modellwert für 45 Versicherungsjahre mit Durchschnittsverdienst, nicht der echte Durchschnitt.
  • Armutsgefährdung: Anteil mit weniger als 60 % des mittleren Nettoäquivalenzeinkommens.
  • Nettoersatzrate: Verhältnis künftiger Rente zum vorherigen Erwerbseinkommen in Modellrechnungen.

Wenn Sie aus dieser Seite zitieren, nennen Sie Quelle, Jahr, Bezugsgruppe und Definition. Genau diese vier Angaben verhindern die häufigste Fehlinterpretation.

FAQ zur Rentenlücke in Deutschland

Wie hoch ist die Rentenlücke in Deutschland?

Die bekannteste amtliche Kennzahl ist der Gender Pension Gap. Er lag nach Destatis EU-SILC 2025 bei 24,2 %. Ohne Hinterbliebenenrenten betrug die Lücke 36,0 %. Für die individuelle Rentenlücke müssen Sie Ihre erwartete Rente mit Ihrem benötigten Einkommen im Ruhestand vergleichen.

Was ist der Unterschied zwischen Rentenlücke und Gender Pension Gap?

Die Rentenlücke kann allgemein den Abstand zwischen gewünschtem Einkommen und erwarteter Rente meinen. Der Gender Pension Gap misst speziell, wie viel niedriger die Alterseinkünfte von Frauen im Durchschnitt gegenüber Männern sind.

Wie hoch ist die durchschnittliche gesetzliche Altersrente?

Im Rentenbestand Ende 2024 lag der durchschnittliche Zahlbetrag einer gesetzlichen Altersrente laut DRV bei 1.154 Euro monatlich. Männer erhielten im Schnitt 1.405 Euro, Frauen 955 Euro. Der Betrag ist nach Abzug der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung der Rentner angegeben.

Warum ist die Rentenlücke bei Frauen größer?

Wichtige Gründe sind niedrigere Löhne, häufigere Teilzeit, Erwerbsunterbrechungen wegen Kinderbetreuung oder Pflege und kürzere Erwerbsbiografien. Die OECD nennt für Deutschland unter anderem 7,5 Stunden weniger Wochenarbeitszeit von Frauen, 21 % niedrigere Stundenlöhne und 4,2 Jahre kürzere Karrieren.

Reicht die gesetzliche Rente aus?

Das hängt vom Haushalt ab. Die gesetzliche Standardrente nach 45 Durchschnittsjahren lag ab Juli 2025 bei 1.612,53 Euro netto vor Steuern. Der tatsächliche Durchschnitt der Altersrenten im Bestand lag aber bei 1.154 Euro. Zusätzliche Vorsorge bleibt daher für viele Haushalte wichtig.

Wie kann man die Altersvorsorge-Lücke schließen?

Zuerst sollten Sie Renteninformation, Fixkosten und Rücklagen prüfen. Danach kommen je nach Risikoprofil Bausteine wie betriebliche Altersvorsorge, ETF-Sparplan, Tagesgeld, Festgeld oder andere langfristige Anlagen infrage. Entscheidend ist ein früher Start, weil kleine Lücken über Jahrzehnte groß werden.

Financer Talks

Haben Sie eine Frage zu diesem Thema? Fragen Sie die Community.

Alle ansehen